In der parlamentarischen Sommerpause reise ich immer gerne durch den Wahlkreis. In der letzten Woche stand Trittau auf dem Programm. Dort besuchte ich unter anderem die Tischlerei Lantz und das Pflegeheim Haus Billetal. (Foto: Bettina Albrod)
Ich komme selbst aus der Parteiarbeit und möchte den Kontakt zur Basis
nicht verlieren und hören, welche Probleme vor Ort die Menschen bewegen", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, der gestern zu einem Informationsbesuch nach Trittau kam. Bürgermeister Walter Nussel hatte einige Stichworte vorbereitet, über die rege auch mit den Fraktionsmitgliedern aus Trittau, Jens Hoffmann und Sascha Rohde, diskutiert wurde.
Seine Themen waren die Kosten für die Kinderkrippen, das Bildungs- und Teilhabepaket, die Erzieherinnenausbildung, die Straßen und die Versorgung mit Fachärzten. Bei den Krippenplätzen sprach Nussel von einer Steigerung der ungedeckten Kosten in den letzten fünf Jahren von 500000 auf 1,1 Millionen Euro und forderte: „Bund und Land müssen drauflegen, damit die Gemeinden nicht auf den Kosten sitzen bleiben." Brackmann verwies auf die aktuelle Diskussion über Senkungen des Eltern- und Kindergeldes. diskutieren noch, ob es nicht sinnvoller ist, pauschale Mittel in die Vor- und Früherziehung zu geben. Neue Leistungen können wir nicht finanzieren, denn wir schieben einen Schuldenbergvor uns her. Insofern wird es immer Verteilungskonflikte geben." Das Neue Bildungs- und Teilhabepaket nahmen in Trittau 37 Kinder aus 34 in Anspruch. Hier muss insbesondere das komplizierte Abrechnungssystem für Kleinbeträge verbessert werden. „Unsere Idee ist, dass es Rahmenverträge zum Beispiel mit Kreissportverbänden gibt, da müssen wir noch mal nachstellen." Zu den Straßen sieht Brackmann die größten Probleme bei den Landesstraßen. „Es gibt einen Investitionsstau, auch hier geht es um Umverteilung von Mitteln. 52 Prozent des Bundeshaushalts gehen in Arbeit und Soziales, aber wir können den Verfall der Straßen nicht weiter hinnehmen, denn das hat Auswirkungen auf die Ansiedlung von Gewerbe und beeinträchtigt die Pendler." Nach Nussels Auffassung partizipiere der Norden zu wenig von der Verkehrsförderung.
Dazu Brackmann: „Schleswig-Holstein bekommt 4,8 Prozent Investitionsmittel, damit deutlich mehr, als ihm eigentlich zusteht wegen der A 20 und der Fehmarnbeltquerung, da freuen sich die aus dem Süden nicht drüber. Insofern kann ich mich da nicht aus dem Fenster lehnen." Den Ausbau der A 21 sieht er erst wieder in den 20iger Jahren im Verkehrswegeplan.
In Bezug auf die Quoten der Ärzteverteilung sieht auch er Handlungsbedarf. „Es muss über Kreis- und Landesgrenzen hinaus geplant werden." Bei seinen weiteren Stationen bei der Firma Lantz wollte er sich über Energiesparen durch gute Fenster vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie informieren. Um die Biogasanlage ging es bei Landwirt Friedrich Klose. „Die Biogasförderung geht zurück, da es Fehlentwicklungen gibt und das entstehende Methangas noch schädlicher für die Umwelt ist als Kohlendioxid." Weitere Stationen waren das Pflegeheim Haus Billetal sowie ein Gespräch mit der Gewerbegemeinschaft Trittau.
(Berlin, den 25.8.2011)